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Ernährungstherapie bei Magen-, Darm- und Verdauungserkrankungen.
 

Bei folgenden Erkrankungen stellt Ernährungstherapie eine wichtige Begleitmaßnahme dar:


Refluxösophagitis
eosinophile Oesophagitis 

Reizmagen
Gastritis

Magenentfernung
Gallenblasenerkrankungen

Fettleber (Steatotis hepatis, NASH)
Bauchspeicheldrüsen-
erkrankungen 

Verstopfung (Obstipation)
Durchfall (Diarrhö)

schmerzhafte Gasansammlungen

Reizdarmsyndrom
Divertikulose / Divertikulitis

Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa
Kurzdarmsyndrom

 

Ablauf Ernährungstherapie

Jeder Bauch tut manchmal weh, das sollte zunächst nicht weiter beunruhigen. Wenn Symptome jedoch länger andauern, sollte man einen Arzt aufsuchen. Die Diagnostik mit medizinisch anerkannten Verfahren bildet die Grundlage für die Ernährungstherapie. Diese kann zielführend Beschwerden lindern oder sogar beseitigen und damit die Lebensqualität erheblich verbessern, ggf. Mediamentendosen verringern und Folgeerkrankungen vermeiden helfen. 

Die Vorgehensweise bei Magen- Darm- und Verdauungserkrankungen findet inhaltlich auf verschiedenen Ebenen statt. Das diätetische Gesamtkonzept und die Beratungsschwerpunkte sind abhängig von der individuellen Problematik und müssen anamnestisch und diagnostisch gut erfasst werden. 

1. Schritt: Eine genaue Anamnese ist die Grundlage für die weitere Vorgehensweise

  • Sichtung aller Labor- und Untersuchungsergebnisse. Mitgebrachte Befunde helfen, die Ausgangssituation besser zu bewerten. Wie ist die aktuelle Krankheitsaktivität? Bei Entzündungen ist die Frage, in welchem Ausmaß diese besteht und die Lokalisation? Gibt es Begleiterkrankungen, zurückliegende Operationen....? 
  • Berücksichtigung aktuelle Einnahme von Medikamenten
  • Ausschluss oder Berücksichtigung von bisher nicht erkannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Auswertung des mitgebrachten Ernährungstagebuchs. Wie ist der Ernährungszustand, wie das bisherige Essverhalten? Welche Beschwerden / Symptome bestehen? Dieses erleichtert, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Beschwerden aufzudecken. Ihre Ernährungsgewohnheiten zeigen den Weg, um eine für Sie passgenaue Lösung zu erarbeiten. 
  • Identifikation von Stressauslösern
  • Individuelle Zieldefinition der Ernährungstherapie

2. Schritt: Therapiekonzept  

  • Individuelle Ernährungsanpassung hinsichtlich schlecht verträglicher Lebensmittel
  • Beseitigung eines möglichen Nährstoffdefizits durch einseitige Ernährung
  • Unterstützung bei der Umsetzung durch alltagstaugliche Empfehlungen wie Planung, Mahlzeitenstruktur, Anregungen für Speisepläne
  • Ggf. Einsatz bestimmter Probiotika / Darmsanierung.
  • Ggf. Stressmanagement

Die Auswertung der beschriebenen Kriterien entscheidet über den Schwerpunkt der ernährungstherapeutischen Empfehlungen. 

Für die Ernährungstherapie sind - je nach Diagnose und Informationsbedarf - ca. fünf Beratungsgespräche à 45 Minuten durchschnittlich notwendig.

 

Ernährungtherapie und Darmsanierung.

Bedeutung Darm 

Die Kraft des Baumes liegt bekanntlich nicht in seinen Ästen oder Zweigen, sondern in seinen Wurzeln. Dementsprechend stammt auch die biologische Kraft des Menschen nicht aus seinen Armen oder Beinen, sondern aus seinem Wurzelorganismus, den Verdauungsorganen.

Der Darm verarbeitet die aufgenommene Nahrung, entnimmt daraus die lebenswichtigen Nährstoffe und beliefert damit den Organismus. Da der Darm auch Abfall und "Müll" des Stoffwechsels ausscheidet, besitzt er für die gesamte Gesundheit des Menschen eine grundlegende Bedeutung.

Symptome wie z.B. aufgetriebener Bauch, Blähungen, Darmträgheit, gärig-breiige Stühle, Müdigkeit, depressive Verstimmungen können immer auch auf Fehlleistungen im Wurzelsystem hinweisen. Wie sich bei der Pflanze eine Erkrankung der Wurzeln auf alles, auf Zweige, Blätter, Blüten und Früchte auswirkt, so zieht auch jede anhaltende Fehlleistung des Verdauungsapparates früher oder später den ganzen Organismus in Mitleidenschaft.

Mikrobiom

Das Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Mikroorganismen (v.a. Bakterien, aber auch Pilze) im Menschen. Die Mikroben, die im Darm leben (intestinales Mikrobiom), sind besonders zahlreich. Sie können bis zu 2 kg des Körpergewichtes ausmachen. 

Aufgaben der "guten" Darmbakterien: sie verhindern die Ansiedlung von Krankheitserregern, sie schließen unverdauliche Nahrungsbestandteile (Ballaststoffe) auf, sie produzieren einige Vitamine, sie "trainieren" das Immunsystem (Allergieprävention), sie bauen Schadstoffe aus der Nahrung ab. Sind die positiven Bakterien vermindert, können sich unerwünschte Bakterien ungehindert vermehren. 

Das stört die Darmflora: falsche und einseitige Ernährung, zu schnelles Essen, Umweltschadstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe z.B. Konservierungs- und Farbstoffe in Nahrung und Getränken, manche Medikamente, Stress, Alkohol und Nikotin

Diese Krankheiten werden durch schädliche Darmbakterien begünstigt: Durchfälle, Blähungen, Verstopfungen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Leaky Gut Syndrom, Reizdarmsyndrom, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Infekte, schwaches Immunsystem, Hauterkrankungen (Neurodermitis, Schuppenflechte), hohe Cholesterinwerte, Übergewicht, Diabetes.
 

Darmsanierung (probiotische Darm-Therapie)              

Die Zusammensetzung unserer Darmflora wird in erster Linie durch unsere Ernährung bestimmt. In der Ernährungstherapie werden je nach aktueller Ernährungssituation, Krankheitsbild und Symptomen, individuelle Lösungen für eine schützende Ernährung der Darmschleimhaut erarbeitet und angeleitet.

Mit dieser Maßnahme wird eine gesunde Darmflora erhalten oder wiederhergestellt und das mit dem Darm verbundene Immunsystem stabilisiert oder stimuliert. Die Wahl des Probiotikums richtet sich - wie die Umstellung der Ernährung - nach dem Krankheitsbild, nach den Symptomen, nach den einnehmenden Medikamenten und ggf. nach dem Befund einer Stuhlprobe.